Der Patientenpfad zeigt auf, wie Osteoporose entlang der gesamten Versorgungskette erkannt, behandelt und begleitet werden kann – von der Prävention über die Früherkennung bis hin zur Akutversorgung und langfristigen Stabilisierung. Im Zentrum stehen eine koordinierte Betreuung, die Stärkung der Gesundheitskompetenz der Betroffenen sowie eine enge Zusammenarbeit aller beteiligten Fachpersonen und Organisationen. Ergänzt wird der Ansatz durch Forschung, Digitalisierung und politische Strategien, um die Versorgung nachhaltig zu verbessern.


Die Weltgesundheitsorganisation hat Osteoporose offiziell zur Public Health-Krise erklärt. Das Thema muss dringend auf der politischen Agenda priorisiert werden. Es gibt in der Schweiz keine spezifische nationale Strategie nur für Osteoporose. Das Thema wird aber als Teil breiterer Initiativen und Gesundheitsstrategien mehrfach thematisiert.
Die gesundheitspolitische Strategie des Bundesrates Gesundheit2030 setzt einen wichtigen Rahmen für die Verbesserung der Gesundheitsversorgung in der Schweiz und erwähnt Osteoporose indirekt, da sie verschiedene Gesundheitsziele für eine alternde Bevölkerung definiert. Die Strategie fokussiert auf eine integrierte Gesundheitsversorgung, die auch für die Prävention und Behandlung chronischer Erkrankungen wie Osteoporose relevant ist.
Die aktuelle Nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCD-Strategie) 2025-2028 in der Schweiz, die im August 2024 vom Bundesrat verlängert wurde, richtet sich auf die Verhinderung und das Management chronischer Erkrankungen.
Die Hauptziele umfassen die Förderung von Gesundheit und Prävention im Bereich nichtübertragbarer Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Atemwegs-erkrankungen und Störungen des Bewegungsapparats, die auch Osteoporose einschliesst.
Ein spezifischer Massnahmenplan dient dabei als Orientierung für die Gesundheitsförderung auf nationaler Ebene und zielt darauf ab, Präventionsstrategien effizienter und koordinierter zu gestalten.
Die Nationale Strategie Muskuloskelettale Erkrankungen (2017–2022) der Rheumaliga Schweiz wurde in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern aus dem Gesundheitswesen und dem Bundesamt für Gesundheit (BAG), entwickelt. Sie legt einen Fokus auf Osteoporose und betont die Bedeutung von Prävention und Früherkennung, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und langfristige Gesundheitskosten zu senken. Zudem werden Massnahmen zur Sensibilisierung der Bevölkerung sowie zur Förderung von Selbstmanagement-Kompetenzen bei Osteoporose-Betroffenen vorgeschlagen, um die Versorgung und Unterstützung in der Schweiz nachhaltig zu stärken. Die Strategie wird derzeit überarbeitet.
Das Dokument beschreibt den Ansatz der Prävention in der Gesundheitsversorgung (PGV) und dient als Leitfaden zur Umsetzung der NCD-Strategie, welche Krankheiten wie Osteoporose berücksichtigt. Ziel ist es, durch Prävention Krankheitsrisiken zu mindern, Krankheitsverläufe zu verbessern und die Lebensqualität von Betroffenen zu steigern. Es bietet Fachpersonen aus Gesundheitswesen und Politik eine Grundlage für die Entwicklung transparenter und koordinierter Massnahmen, die auf Erkenntnissen aus Workshops und Feedbacks basieren. Dies unterstützt einen ganzheitlichen Ansatz zur Reduktion von Osteoporose und anderer nichtübertragbarer Krankheiten.
Selbstmanagement-Förderung umfasst Massnahmen, die Betroffene, Fachpersonen, Angehörige und Peers gemeinsam ergreifen, um die Selbstmanagement-Fähigkeiten und Ressourcen von Menschen mit chronischen Krankheiten zu stärken. Angesichts der steigenden Zahl chronischer Erkrankungen und Suchtprobleme sowie wachsender Gesundheitskosten sollen evidenzbasierte Ansätze zur Selbstmanagement-Förderung systematisch im Gesundheitswesen verankert werden, wie es die Nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten und die Nationale Strategie Sucht für 2017–2024 (verlängert bis 2028) vorsehen.