Wer kümmert sich um das Thema Osteoporose?

In der Schweiz befassen sich mehrere Organisationen und Institutionen mit dem Thema Osteoporose. 
Hier sind einige der zentralen Akteure und Programme aufgeführt:


Organisationen

Schweizerische Vereinigung gegen Osteoporose (SVGO)
Die SVGO ist eine medizinische Vereinigung, die sich für die Prävention, Diagnose und Behandlung von Osteoporose einsetzt. Sie bietet Informationsmaterialien, Schulungen und Beratungen für Betroffene und Angehörige und fördert das Bewusstsein für Osteoporose in der Öffentlichkeit und bei Fachkräften. 
Webseite: www.svgo.ch

Fragility Fracture Network Switzerland (FFN Switzerland)
Dies ist ein Netzwerk, das sich auf die Prävention und Behandlung sogenannter "Fragility Fractures" (Fragilitätsfrakturen) spezialisiert hat. Es ist der Schweizer Zweig des internationalen Fragility Fracture Network (FFN), das weltweit arbeitet, um die Versorgung von Patient*innen mit Fragilitätsfrakturen zu verbessern. 
Webseite: www.ffnch.ch

Schweizerische Gesellschaft für Rheumatologie (SGR) und Schweizerische Gesellschaft für Endokrinologie und Diabetologie (SGED)
Diese beiden medizinischen Fachgesellschaften befassen sich wissenschaftlich und klinisch mit Osteoporose und entwickeln Leitlinien sowie Schulungsangebote für Fachpersonen zur Verbesserung der Diagnose und Behandlung. 
Webseite: www.rheuma-net.ch / www.sgedssed.ch

Rheumaliga Schweiz (RLS)
Die RLS ist eine gemeinnützige Organisation und legt als nationales Kompetenzzentrum für rheumatische Erkrankungen den Fokus u.a. auch auf Osteoporose. Die RLS ist erste Anlaufstelle für Rheuma-Betroffene, vernetzt als Fortbildungsstätte Rheuma-Fachpersonen und ist Trägerin von innovativen Versorgungsprojekten, u.a. in der Prävention und in der Grundversorgung. 
Webseite: www.rheumaliga.ch

Osteoporose-Plattform
Die Osteoporose Plattform ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für die Qualitätsverbesserung in der Abklärung und Versorgung der Osteoporose einsetzt. Mehrmals jährlich werden regionale Workshops für Grundversorgende angeboten, gleichzeitig auch Module zur Aus- und Weiterbildung hinsichtlich DXA-Messungen. Kernstück ist ein Osteoporose- Register, in dem in über 12 Zentren knapp 30'000 Osteoporose-Patient*innen eingeschlossen sind. 
Webseite: www.osteorheuma.ch

International Osteoporosis Foundation (IOF)
Die IOF ist die weltweit grösste nichtstaatliche Organisation, die sich der Prävention, Diagnose und Behandlung von Osteoporose und damit zusammenhängenden muskuloskelettalen Erkrankungen widmet. 
Webseite: www.osteoporosis.foundation



Programme

Fracture Liaison Services (FLS)
Dieses Programm ist ein standardisiertes Versorgungskonzept zur Sekundärprävention osteoporotischer Frakturen und wird zunehmend an Schweizer Kliniken implementiert. Es zielt darauf ab, Patient* innen über 50 Jahren mit einer Fraktur auf Osteoporose zu untersuchen und zu behandeln, um weitere Frakturen zu verhindern und Versorgungslücken zu schliessen. Eine schwedische Studie zeigte, dass die Implementierung von FLS-Programmen die Wahrscheinlichkeit von Folgefrakturen um bis zu 50% senkt und damit auch die Gesundheitskosten erheblich reduziert.

Orthogeriatrisches Co-Management
Dieses Programm behandelt Patient*innen bei stattgehabter osteoporosebedingter Fragilitätsfraktur im Sinne der Tertiärprävention im Akutspital. Oberstes Ziel ist dabei, den durch die Fraktur verursachten Schaden für die Patient* innen so weit wie möglich abzuwenden. Dies gelingt durch eine ganzheitliche Behandlung im orthogeriatrischen Co-Management mit orthopädisch-traumatologischer, chirurgischer Expertise für die «Persönlichkeit der Fraktur» und geriatrischer Expertise mittels geriatrischem Assessment für die «Persönlichkeit der Patientin, des Patienten». Dadurch wird die Behandlungsqualität signifikant optimiert und Gesundheitskosten reduziert.

Projekt «KOMPASS»
Das wissenschaftlich begleitete Projekt KOMPASS der Rheumaliga Schweiz bewirkt ein Task Shifting in der Grundversorgung, indem es Medizinische Praxisassistent* innen (MPA) und Medizinische Praxiskoordinator* innen (MPK) befähigt, eine erweiterte Rolle in der Patientenberatung zu übernehmen. Mit speziell entwickelten Schulungen und Beratungsmaterialien der Rheumaliga Schweiz unterstützen die entsprechenden qualifizierten MPAs/MPKs Patient*innen mit Osteoporose, Gicht und Arthritis. Ziel ist es, die Selbstmanagement- Kompetenzen der Betroffenen zu stärken.

StoppSturz - Sturzprävention in der Gesundheitsversorgung | bfu
Mit dem Projekt StoppSturz (2019 bis 2022) wurden für alle im Bereich der individuellen Sturzprävention tätigen Fachbereiche Grundlagen für ein einheitliches Vorgehen erarbeitet. Als eine der Trägerinstitutionen stellt die bfu das umfassende Angebot von «StoppSturz» zur Verfügung. Auf diesem Portal steht das gesamte, im Projekt erarbeitete Wissen zur Verfügung – und wird laufend ausgebaut und weiterentwickelt.

Sicher durch den Alltag - Multifaktorielle Sturzprävention
Das Angebot der Rheumaliga «Sicher durch den Alltag» richtet sich an Senior*innen, die noch weitgehend selbstständig zuhause wohnen und bei denen aufgrund einer Störung ein erhöhtes Sturzrisiko besteht, das direkt im häuslichen Umfeld multifaktoriell abgeklärt werden soll. Die Hausbesuche werden durch Physio- oder Ergotherapeuten durchgeführt, die hierzu spezifisch geschult werden. Das Angebot setzt die Grundlagen aus «StoppSturz» in der Praxis um.

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